1) Thema und Abgrenzung
Dieser Artikel behandelt ausschließlich den praktischen Weg zu einer Chancenkarte über eine deutsche Ausländerbehörde. Er ersetzt weder die allgemeine Anleitung zur Chancenkarte noch einen lokalen Behördenführer für München.
Bereits veröffentlichte Seiten:
- Allgemeine Voraussetzungen und Unterlagen
- Online-Antrag, Portal und Upload
- Lokaler Ablauf in München
Zusätzlicher Nutzen dieser Seite: Sie zeigt, wie Antragstellende die Zuständigkeit einer Ausländerbehörde vorab schriftlich klären, ihre Unterlagen als zwei getrennte Mappen strukturieren und bei arabischen Namen, Übersetzungen sowie fehlenden lokalen Angaben gezielt Rückfragen stellen.
2) Kurzüberblick: Was ist die Chancenkarte?
Verifizierte Fakten
Die Chancenkarte wurde zum 1. Juni 2024 als Bestandteil des weiterentwickelten Fachkräfteeinwanderungsrechts eingeführt. Das bestätigt die Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern.
Nach den für 2026 geprüften Angaben des Auswärtigen Amts zur Chancenkarte gelten unter anderem folgende Werte:
- mindestens 6 Punkte, soweit das Punktesystem maßgeblich ist,
- mindestens Deutsch auf Niveau A1 oder Englisch auf Niveau B2,
- eine mögliche Gültigkeit von höchstens 12 Monaten,
- Beschäftigung während der Chancenkarte bis zu 20 Stunden pro Woche,
- bei Absicherung über ein Sperrkonto 1.091 Euro pro Monat beziehungsweise 13.092 Euro pro Jahr für 2026.
Der Sperrkonto-Wert wird jährlich angepasst. Er muss deshalb unmittelbar vor dem Antrag erneut auf einer amtlichen Seite geprüft werden.
Fallabhängig
Ob Sie den Antrag tatsächlich bei einer Ausländerbehörde in Deutschland stellen können, hängt von Ihrem aktuellen Aufenthaltsort und Ihrem Aufenthaltsstatus ab. Die bereitgestellten Quellen enthalten keine vollständige Zuständigkeitsregel für alle Fallgruppen. Lassen Sie die Zuständigkeit daher vor einer Zahlung oder Terminbuchung schriftlich bestätigen.
3) Zuständigkeit: Wer beantragt wo?
Die zentrale Vorfrage lautet nicht nur „Welche Behörde liegt an meinem Wohnort?“, sondern auch: „Darf mein konkreter Antrag im Inland bearbeitet werden?“
Zuständigkeit in vier Schritten prüfen
- Aktuellen Aufenthaltsort notieren: Deutschland oder Ausland.
- Aktuelles Aufenthaltsdokument erfassen: genaue Bezeichnung, Gültigkeitsdatum und ausstellende Stelle.
- Wohnort beziehungsweise Meldeadresse angeben: Stadt, Landkreis und Postleitzahl.
- Ausländerbehörde schriftlich fragen: Kann ich in meiner Situation eine Chancenkarte beantragen, und über welchen Antragsweg?
Musteranfrage an die Ausländerbehörde
Betreff: Zuständigkeitsprüfung – Antrag auf Chancenkarte
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne derzeit in [Ort] und besitze [genaue Bezeichnung des aktuellen Visums/Aufenthaltstitels] bis zum [Datum].
Bitte teilen Sie mir schriftlich mit:
- Ist Ihre Behörde für meinen Antrag auf eine Chancenkarte zuständig?
- Kann ich den Antrag aus meinem aktuellen Aufenthaltsstatus heraus stellen?
- Erfolgt der Antrag online, per Post oder bei einem Termin?
- Welche Unterlagen, Gebühren und Zahlungsarten gelten in meinem Fall?
- Muss ich Originale vorlegen?
Mit freundlichen Grüßen [Name wie im Reisepass]
Bundesagentur für Arbeit und andere Stellen
Aus den bereitgestellten Quellen lässt sich keine allgemeine, für jeden Antrag geltende Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit ableiten. Reichen Sie deshalb keine zusätzlichen Anträge bei anderen Stellen ein, solange die Ausländerbehörde dies nicht ausdrücklich verlangt.
4) Schritt für Schritt zum Antrag
Schritt 1: Zuständigkeit bestätigen lassen
Senden Sie die obige Anfrage. Speichern Sie Antwort, Aktenzeichen und Datum als PDF. Eine automatische Eingangsbestätigung ist noch keine inhaltliche Bestätigung der Zuständigkeit.
Schritt 2: Kriterien vorprüfen
Prüfen Sie anhand der amtlichen Angaben des Auswärtigen Amts:
- Welcher Zugangsweg trifft auf Sie zu?
- Ist das Punktesystem anzuwenden?
- Erreichen Sie gegebenenfalls mindestens 6 Punkte?
- Können Sie mindestens Deutsch A1 oder Englisch B2 nachweisen?
- Ist der Lebensunterhalt für den vorgesehenen Zeitraum gesichert?
Schritt 3: Lokale Unterlagenliste beschaffen
Verwenden Sie die aktuelle Liste Ihrer zuständigen Ausländerbehörde. Notieren Sie bei jedem Dokument:
- Original erforderlich?
- Kopie oder beglaubigte Kopie?
- Übersetzung erforderlich?
- maximale Aktualität vorgegeben?
- Upload und spätere Vorlage des Originals erforderlich?
Diese Einzelheiten sind in den bereitgestellten Quellen nicht einheitlich geregelt und können lokal oder fallbezogen sein.
Schritt 4: Schreibweisen vergleichen
Vergleichen Sie Reisepass, Aufenthaltstitel, Meldeunterlagen, Zeugnisse, Sprachzertifikate und Finanznachweise. Markieren Sie jede Abweichung bei Vorname, Familienname, Geburtsort und Geburtsdatum.
Schritt 5: Finanzierung berechnen
Wenn ein Sperrkonto verwendet wird, beträgt der dokumentierte Wert für 2026 1.091 Euro monatlich und 13.092 Euro für zwölf Monate. Grundlage ist die amtliche Chancenkarte-Seite des Auswärtigen Amts. Prüfen Sie den Betrag am Tag der Antragstellung erneut, weil er jährlich angepasst wird.
Schritt 6: Antrag nach lokalem Verfahren einreichen
Nutzen Sie nur den von der Behörde genannten Weg: Onlineportal, Post, E-Mail oder persönlicher Termin. Bewahren Sie Eingangsbeleg und vollständige eingereichte Fassung auf.
Schritt 7: Rückfragen fristgerecht beantworten
Antworten Sie unter Angabe des Aktenzeichens. Reichen Sie nur angeforderte Ergänzungen ein und führen Sie in einem kurzen Anschreiben auf, welche Datei oder Unterlage welche Rückfrage beantwortet.
5) Dokumentenmatrix für Antragsteller und Familie
Die folgende Matrix ist eine Vorbereitungs- und Prüfliste, keine amtliche bundesweit vollständige Unterlagenliste. Ob Ehepartner oder Kinder gleichzeitig einen eigenen Antrag stellen können, muss die zuständige Stelle bestätigen.
| Dokumentgruppe | Antragsteller:in | Ehepartner:in | Minderjährige Kinder | Typischer Prüfpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Reisepass | Pass und Datenseite bereithalten | bei eigenem Verfahren bereithalten | eigener Pass, falls vorhanden | gleiche lateinische Namensschreibweise |
| Aktuelles Aufenthaltsdokument | vollständige Kopie | falls relevant | falls relevant | Ablaufdatum und Aufenthaltszweck |
| Wohnsitznachweis | nach lokaler Liste | bei gemeinsamem Wohnsitz | bei gemeinsamem Wohnsitz | Anschrift überall identisch |
| Antragsformular | nach Behördenvorgabe | nur bei eigenem Antrag | gegebenenfalls durch Sorgeberechtigte | Unterschriften nicht vergessen |
| Qualifikationsunterlagen | Zeugnisse und verlangte Nachweise | nur für eigenes Verfahren | regelmäßig nicht Teil des Chancenkarte-Nachweises | Original, Kopie und Übersetzung klären |
| Sprachnachweis | Deutsch oder Englisch nach Zugangsweg | nur falls im eigenen Verfahren verlangt | fallabhängig | Name, Niveau und Aussteller prüfen |
| Finanzierungsnachweis | nach gewählter Form | eigener oder familiärer Bedarf fallabhängig | zusätzlicher Bedarf fallabhängig | Betrag und Verfügbarkeit belegen |
| Heiratsurkunde | falls Familienbezug relevant | falls Familienbezug relevant | – | Schreibweisen und Übersetzung |
| Geburtsurkunde | falls verlangt | falls verlangt | häufig zentrales Verwandtschaftsdokument | Elternnamen konsistent |
| Sorge-/Einverständnisnachweise | – | – | bei nicht gemeinsam handelnden Eltern prüfen | lokale Anforderung erfragen |
| Krankenversicherung | Anforderung bei Behörde prüfen | separat prüfen | separat prüfen | Zeitraum und Geltungsgebiet |
| Biometrisches Foto | Format lokal prüfen | bei eigenem Antrag | bei eigenem Antrag | aktuelles Behördenformat erfragen |
6) Sprach- und Qualifikationsnachweise
Verifizierte Mindestsprachen
Die geprüfte amtliche Quelle nennt mindestens Deutsch A1 oder Englisch B2. Siehe Auswärtiges Amt.
Was zusätzlich geklärt werden muss
Die bereitgestellten Quellen nennen keine vollständige Liste aller akzeptierten Zertifikatsanbieter, Übersetzungsformen oder Beglaubigungsarten. Fragen Sie deshalb konkret:
- Wird mein genauer Zertifikatsanbieter akzeptiert?
- Muss das Zertifikat zum Zeitpunkt des Antrags noch innerhalb einer bestimmten Frist liegen?
- Reicht ein digital überprüfbares Zertifikat?
- Muss ich das Original beim Termin vorlegen?
- Welche Qualifikationsbewertung oder Anerkennungsunterlage wird für meinen Zugangsweg verlangt?
- Muss eine deutsche Übersetzung beigefügt werden?
Prüfschema für jedes Zeugnis
- Name stimmt mit dem Reisepass überein oder Abweichung ist erklärt.
- Bildungseinrichtung und Abschluss sind vollständig lesbar.
- Ausstellungsdatum ist sichtbar.
- Alle Seiten und Rückseiten wurden kopiert.
- Stempel und Vermerke wurden nicht abgeschnitten.
- Übersetzung und Ausgangsdokument können eindeutig zugeordnet werden.
- Behörde hat die Form von Kopie, Übersetzung und Beglaubigung bestätigt.
7) Finanzierung und Lebensunterhalt
Verifizierter Sperrkonto-Wert 2026
Für 2026 nennt die geprüfte Quelle:
- 1.091 Euro pro Monat,
- 13.092 Euro für zwölf Monate.
Quelle: Auswärtiges Amt – Chancenkarte.
Der Betrag ist an einen veränderlichen Referenzwert gekoppelt und wird jährlich angepasst. Ein älteres Merkblatt kann deshalb einen überholten Betrag enthalten.
Fallabhängige Nachweisformen
Ob und wie Arbeitsvertrag, Einkommen, Guthaben, Kontoauszüge oder andere Mittel berücksichtigt werden, ist mit den vorliegenden Quellen nicht vollständig belegbar. Lassen Sie sich deshalb von der zuständigen Behörde schriftlich bestätigen:
- Welche Finanzierungsformen werden akzeptiert?
- Für welchen Zeitraum muss die Finanzierung nachgewiesen werden?
- Welcher Betrag gilt bei einer kürzeren beantragten Dauer?
- Werden laufende Einnahmen angerechnet?
- Welche zusätzlichen Beträge gelten für Familienangehörige?
- Muss das Geld bereits vor Antragstellung verfügbar sein?
Lücken vermeiden
- Verwenden Sie keine Kontoauszüge, auf denen Name oder Kontoinhaber fehlen.
- Erklären Sie größere, kurzfristige Einzahlungen mit geeigneten Belegen.
- Achten Sie auf Währung, Ausstellungsdatum und verfügbaren Betrag.
- Reichen Sie keine bloße Zahlungsbestätigung ein, wenn die Behörde eine Sperrbestätigung verlangt.
- Berechnen Sie Familienkosten nicht eigenständig anhand des Einzelbetrags; fragen Sie nach dem konkret verlangten Gesamtbetrag.
8) Arabische Namen und Transkription
Arabische Namen können in lateinischer Schrift unterschiedlich übertragen werden. Beispielsweise können „محمد“ oder „عبد الرحمن“ je nach Dokument verschieden geschrieben oder getrennt werden. Entscheidend ist nicht eine selbst gewählte „richtige“ Variante, sondern eine nachvollziehbare und konsistente Dokumentenkette.
Vorgehen bei Abweichungen
- Verwenden Sie im Antrag die Schreibweise des aktuellen Reisepasses.
- Erstellen Sie eine Tabelle mit allen abweichenden Schreibweisen.
- Ordnen Sie jede Variante einem Dokument zu.
- Fügen Sie keine selbst erstellten Änderungen in Urkunden ein.
- Fragen Sie die Behörde, welcher amtliche Nachweis für die Identität der Varianten erforderlich ist.
Muster für eine Namenstabelle
| Dokument | Vorname | Familienname | Geburtsdatum | Erklärung |
|---|---|---|---|---|
| Reisepass | [Schreibweise] | [Schreibweise] | [Datum] | maßgebliche aktuelle Schreibweise |
| Hochschulzeugnis | [Variante] | [Variante] | [Datum] | ältere Transkription |
| Sprachzertifikat | [Variante] | [Variante] | [Datum] | Reihenfolge abweichend |
Achten Sie zusätzlich auf:
- vertauschte Reihenfolge von Vor- und Familiennamen,
- ausgelassene Bestandteile mehrteiliger Namen,
- unterschiedliche Leerzeichen oder Bindestriche,
- Verwendung des Vater- oder Großvatersnamens als Nachname,
- unterschiedliche Geburtsorte in arabischer und lateinischer Schrift.
9) Übersetzungen und Beglaubigungen
Die vorliegenden Quellen bestimmen nicht, wer in jeder lokalen Konstellation übersetzen oder welche Stelle eine Kopie beglaubigen darf. Eine allgemeine Zusage wäre deshalb nicht belastbar.
Prüfliste für die Behördenanfrage
- Muss die Übersetzung in Deutschland angefertigt worden sein?
- Wird eine Übersetzung aus dem Ausstellungsstaat akzeptiert?
- Muss die übersetzende Person öffentlich bestellt oder beeidigt sein?
- Muss die Übersetzung fest mit einer Kopie des Originals verbunden sein?
- Ist eine einfache Kopie ausreichend?
- Falls Beglaubigung verlangt wird: Welche Stelle darf sie vornehmen?
- Wird eine Bestätigung der Echtheit der Urkunde verlangt?
- Müssen Stempel, Siegel und Randvermerke mitübersetzt werden?
- Muss zusätzlich das arabische Original vorgelegt werden?
Verwechseln Sie nicht:
- Übersetzung eines Inhalts,
- Beglaubigung einer Kopie,
- Beglaubigung einer Unterschrift,
- Bestätigung der Echtheit einer Urkunde.
Fragen Sie die Behörde nach der exakt verlangten Form, statt nur nach einer „Beglaubigung“.
10) Termin, Gebühren und Bearbeitungszeit
Für Gebühren, lokale Terminwege und Bearbeitungszeiten liegen in den bereitgestellten Quellen keine belastbaren einheitlichen Werte vor. Daher werden hier keine Beträge oder Fristen genannt.
Vor dem Termin schriftlich fragen
- Wie hoch ist die Gebühr für meinen konkreten Antrag?
- Wann wird sie fällig?
- Welche Zahlungsarten werden akzeptiert?
- Wird eine Gebühr auch bei Ablehnung oder Rücknahme erhoben?
- Muss ich vor Ablauf meines aktuellen Aufenthaltstitels beantragen?
- Welcher Eingangsnachweis wird ausgestellt?
- Wie lang ist die aktuell erwartete Bearbeitungszeit?
- Darf ich während der Prüfung reisen oder arbeiten?
Die letzten beiden Punkte dürfen nicht aus der beantragten Chancenkarte abgeleitet werden. Entscheidend sind Ihr aktuelles Aufenthaltsdokument und die schriftliche Auskunft der Behörde.
11) Entscheidung und Bescheid
Mögliche Verfahrensschritte sind eine Rückfrage, eine Nachforderung oder eine abschließende Entscheidung. Welche Rechtsbehelfe und Fristen gelten, muss dem konkreten Bescheid und seiner Rechtsbehelfsbelehrung entnommen werden.
Bei einer Nachforderung
- Frist und Aktenzeichen markieren.
- Jede Frage einzeln beantworten.
- Dateien eindeutig benennen.
- Versand- oder Uploadnachweis sichern.
- Vor Fristablauf schriftlich um Klärung bitten, wenn die Forderung unverständlich ist.
Bei einer Ablehnung
- Notieren Sie das Zustellungsdatum.
- Lesen Sie die Rechtsbehelfsbelehrung vollständig.
- Übertragen Sie keine Frist aus einem anderen Fall.
- Lassen Sie den Bescheid bei Bedarf individuell rechtlich prüfen.
- Bewahren Sie Antrag, Nachforderungen, Antworten und Zustellnachweis zusammen auf.
Die gelieferten Quellen enthalten keine belastbaren allgemeinen Angaben zu einer bestimmten Widerspruchs- oder Klagefrist. Deshalb wird hier keine Frist genannt.
12) Familie im Kontext der Chancenkarte
Die Chancenkarte der Hauptperson ist kein ausreichender Beleg dafür, dass Ehepartner oder Kinder automatisch denselben Aufenthaltsstatus erhalten. Die bereitgestellten Quellen enthalten keine vollständigen Voraussetzungen für Familienangehörige.
Vorläufige Familienprüfung
Klären Sie getrennt für jede Person:
- eigener Aufenthaltszweck,
- zuständige Behörde oder Auslandsvertretung,
- eigener Antrag und Termin,
- Passgültigkeit,
- Nachweis der familiären Beziehung,
- Finanzierung und Wohnraum,
- Krankenversicherung,
- Übersetzungs- und Echtheitsanforderungen,
- zeitliche Reihenfolge der Verfahren.
Beantragen Sie keine gemeinsame „Familien-Chancenkarte“, ohne dass eine Behörde den passenden Verfahrensweg schriftlich bestätigt hat.
13) Häufige Rückfragen und Gegenmaßnahmen
1. Unklare Zuständigkeit
Problem: Antrag wird an eine Behörde geschickt, ohne dass ein Inlandsantrag im konkreten Status geklärt wurde.
Gegenmaßnahme: Aufenthaltsdokument und Wohnort nennen und die Zuständigkeit schriftlich bestätigen lassen.
2. Unterschiedliche Namensschreibweisen
Problem: Pass, Zeugnis und Sprachzertifikat lassen sich nicht eindeutig derselben Person zuordnen.
Gegenmaßnahme: Namenstabelle beifügen und erforderlichen amtlichen Identitätsnachweis erfragen.
3. Unvollständige Übersetzung
Problem: Stempel, Rückseiten oder Randvermerke fehlen.
Gegenmaßnahme: Vollständigkeit Seite für Seite kontrollieren.
4. Alter Finanzierungsbetrag
Problem: Es wird ein Wert aus einem früheren Jahr verwendet.
Gegenmaßnahme: Für 2026 zunächst mit 1.091 Euro monatlich beziehungsweise 13.092 Euro jährlich rechnen und den aktuellen Wert vor Einreichung erneut auf der amtlichen Seite prüfen.
5. Falscher Sprachnachweis
Problem: Niveau, Anbieter oder Zuordnung zur Person sind nicht eindeutig.
Gegenmaßnahme: Mindestniveau Deutsch A1 oder Englisch B2 prüfen und Akzeptanz des konkreten Zertifikats bestätigen lassen.
6. Dokumente ohne Zuordnung
Problem: Dateien tragen Namen wie „Scan1.pdf“.
Gegenmaßnahme: Einheitlich benennen, zum Beispiel 01_Pass_Name.pdf, 02_Aufenthaltstitel_Name.pdf und 03_Sprachnachweis_Name.pdf.
14) Mini-Checklisten
Vor der Antragstellung
- Zuständigkeit schriftlich bestätigt
- aktueller Aufenthaltsstatus angegeben
- lokaler Antragsweg bekannt
- Kriterien und gegebenenfalls 6 Punkte geprüft
- Deutsch A1 oder Englisch B2 nachgewiesen
- Finanzierung nach aktuellem Wert geprüft
- Namensabweichungen dokumentiert
- Übersetzungsform bestätigt
- Gebühren und Zahlungsart erfragt
Vor dem Upload oder Versand
- alle Seiten vollständig
- Dateien lesbar und richtig gedreht
- keine abgeschnittenen Stempel
- Dateinamen eindeutig
- Anschreiben mit Inhaltsverzeichnis beigefügt
- Kopie der gesamten Einreichung gespeichert
- Eingangsbeleg gesichert
Vor einem Behördentermin
- Einladung und Aktenzeichen
- Reisepass
- aktuelles Aufenthaltsdokument
- verlangte Originale
- Kopien nach Behördenliste
- Zahlungsart geprüft
- offene Fragen schriftlich notiert
15) Muster-Antragsmappe
Mappe A: Kernantrag
- Anschreiben mit Aktenzeichen
- Inhaltsverzeichnis
- Antragsformular
- Reisepasskopie
- aktuelles Aufenthaltsdokument
- Wohnsitznachweis, falls verlangt
- Qualifikationsnachweise
- Sprachzertifikat
- Finanzierungsnachweis
- weitere lokal verlangte Unterlagen
Mappe B: Identität, Übersetzungen und Familie
- Namenstabelle
- Erklärung zu Schreibabweichungen
- Ausgangsdokumente in Originalsprache
- zugehörige Übersetzungen in gleicher Reihenfolge
- Heirats- und Geburtsurkunden, falls relevant
- Unterlagen für Ehepartner und Kinder, jeweils getrennt
- schriftliche Behördenauskünfte zu Sonderfragen
Verwenden Sie für jede Person ein eigenes Deckblatt. Mischen Sie nicht die Finanz- oder Identitätsnachweise verschiedener Familienmitglieder ohne klare Beschriftung.
16) FAQ
Kann jeder die Chancenkarte bei einer Ausländerbehörde beantragen?
Das lässt sich nicht allgemein bestätigen. Aufenthaltsort und aktueller Aufenthaltsstatus sind entscheidend. Fragen Sie die örtliche Ausländerbehörde vorab schriftlich, ob sie für Ihren Fall zuständig ist.
Wie viele Punkte brauche ich?
Wenn Ihr Zugang über das Punktesystem erfolgt, nennt die geprüfte amtliche Quelle mindestens 6 Punkte. Die passende Zugangsart muss zuvor bestimmt werden.
Welches Sprachniveau ist mindestens erforderlich?
Die amtliche Quelle nennt mindestens Deutsch A1 oder Englisch B2.
Wie viel Geld brauche ich auf dem Sperrkonto?
Für 2026 sind 1.091 Euro monatlich beziehungsweise 13.092 Euro für zwölf Monate dokumentiert. Prüfen Sie den Betrag unmittelbar vor dem Antrag erneut, da er jährlich angepasst wird.
Darf ich mit der Chancenkarte arbeiten?
Die amtliche Quelle nennt eine Beschäftigung von bis zu 20 Stunden pro Woche während der Chancenkarte.
Wie lange gilt die Chancenkarte?
Die dokumentierte Höchstdauer beträgt 12 Monate. Die konkrete Erteilung kann vom Einzelfall und der nachgewiesenen Finanzierung abhängen.
Brauche ich beglaubigte Kopien?
Das muss anhand der lokalen Unterlagenliste geklärt werden. Die vorliegenden Quellen enthalten keine einheitliche Vorgabe für alle Dokumente und Behörden.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Dafür liegt keine belastbare allgemeine Angabe vor. Fragen Sie die zuständige Ausländerbehörde nach der aktuellen lokalen Bearbeitungszeit.
Kann meine Familie denselben Antrag nutzen?
Davon sollten Sie nicht ausgehen. Zuständigkeit, Aufenthaltszweck und Unterlagen müssen für jedes Familienmitglied getrennt geprüft werden.
17) Quellen und Einordnung
Amtliche Quellen
- Auswärtiges Amt – Chancenkarte für Fachkräfte, redaktionell geprüft am 12. September 2026: Mindestsprachen, Punkte, Höchstdauer, Arbeitszeit und Sperrkonto-Wert 2026.
- Bundesministerium des Innern – Start des Punktesystems: Einführung zum 1. Juni 2024.
Regel oder fallabhängig?
Durch die gelieferten Quellen verifiziert: 6 Punkte beim maßgeblichen Punktesystem, Deutsch A1 oder Englisch B2, höchstens 12 Monate, bis zu 20 Wochenstunden sowie 1.091 Euro monatlich beziehungsweise 13.092 Euro jährlich beim Sperrkonto im Jahr 2026.
Fallabhängig und lokal zu bestätigen: Möglichkeit des Inlandsantrags, konkrete Zuständigkeit, Form der Qualifikationsprüfung, akzeptierte Zertifikate, Übersetzungen, Beglaubigungen, weitere Finanzierungsformen, Familienverfahren, Gebühren, Termine, Bearbeitungszeiten und Rechtsbehelfsfristen.
18) Redaktionelle Abschlussprüfung
Vor Veröffentlichung oder Aktualisierung ist zu prüfen:
- Überschneidet sich der Text mit der allgemeinen Chancenkarte-Anleitung?
- Bleibt der Schwerpunkt auf dem Verfahren bei der Ausländerbehörde?
- Wurde der Sperrkonto-Wert erneut amtlich geprüft?
- Sind sämtliche Zahlen und Daten mit einer Quelle verlinkt?
- Werden lokale Angaben nicht als bundesweit einheitlich dargestellt?
- Sind Familienverfahren klar vom Antrag der Hauptperson getrennt?
- Werden keine Gebühren oder Bearbeitungsfristen ohne Quelle genannt?
- Sind München- und Onlineportal-Details auf die vorhandenen Spezialseiten ausgelagert?


